G8: …umsGanze! distanziert sich von Gewalt

Das bundesweite und linksradikale …umsGanze!-Bündnis hat sich anlässlich der Diskussion um Gewalt beim G8-Gipfel in Heiligendamm in einer Mitteilung deutlich von ‚Gewalt und Berufschaoten’ distanziert. Zudem ruft es zu einem eigenen Block auf der Demo in Rostock am 2. Juni auf.

Treffpunkt: 13 Uhr – Platz der Freundschaft
Sahra Brechtel, Sprecherin der im UmsGanze-Bündnis organisierten antifa [f] aus Frankfurt am Main, erklärte dazu: ‚Es ist unerträglich wie das Anliegen einer vernünftigen Einrichtung der Welt von kapitalistischen Chaoten und polizeilichen Berufsschlägern immer wieder diffamiert und bedroht wird. Wir begrüßen ausdrücklich eine unterstützende Beteiligung der so genannten Sicherheitskräfte bei der Blockade des G8-Gipfels. Besonders würden wir uns über logistische Nettigkeiten (Kaffee und Kuchen und später Aufräumen) und die Regelung des Verkehrs (Shuttle-Busse) freuen.
Wenn allerdings einige Sicherheits-Extremisten versuchen sollten, die antikapitalistischen Aktionen zu behindern müssen sie die ganze Härte der Vernunft zu spüren bekommen.’ Die Antifa-Sprecherin rief daher alle Polizeibeamten dazu auf, sich schon im Vorfeld von Gewalttätern in den eigenen Reihen zu distanzieren.

Überdies sei es notwendig, den aktuellen Vereinnahmungsversuchen der Bundesregierung praktisch entgegen zu treten. Brechtel weiter: ‚Man muss Merkel und Co. dankbar sein, besser kann man die Essenz bürgerlicher Demokratie nicht auf den Punkt bringen: Wer sein Gewissen beruhigen und seine Stimme im wahrsten Sinne des Wortes abgeben will, der soll schön ‚friedlich’ demonstrieren – damit die alltägliche Gewalt immer weitergeht.
Wer aber der brutalen Gewalttätigkeit der kapitalistischen Verhältnisse tatsächlich mit zivilem Ungehorsam oder gar militanter Gegenwehr entgegentritt, der kriegt was auf die Mütze. In diesem Zusammenhang sollte auch dem letzten Betroffenheitspazifisten klar sein, was jetzt zu tun ist.’

Das linksradikale und bundesweite UmsGanze-Bündnis mobilisiert anlässlich der Proteste und Blockaden gegen den G8-Gipfel am 2. Juni in Rostock zu einem eigenen Block. Unter dem Motto ‚…ums Ganze! Fight the G8-summit – smash capitalism!’ wollen die Gruppen ein ‚deutliches Zeichen gegen reformistische Illusionen und reaktionäre Kapitalismuskritik’ setzen.

Sahra Brechtel: ‚Der Kapitalismus ist ein falsches System. Wo eigentlich immer weniger Arbeit nötig ist, dadurch aber das Leben der meisten Menschen immer prekärer wird, ist das Gebot der Vernunft die Abschaffung des Kapitalismus und die Vergesellschaftung der Produktionsmittel – kurz der Kommunismus. Wer dagegen nicht sehen will, dass es ums Ganze geht, redet um den heißen Brei herum.’

Der G8-Gipfel biete sich als Symbol an, um die ‚unmissverständliche Ablehnung’ dieser Verhältnisse zu artikulieren.

Die Sprecherin bezeichnete es in diesem Zusammenhang als fatal, dass auch von linker Seite anlässlich des Gipfels ‚reformistische Illusionen und reaktionäre Vorurteile aufgewärmt’ würden. Staat und Nationalismus seien keine Garanten einer besseren Welt, sondern eines von Rassismus und Ausgrenzung geprägten Kapitalismus. Brechtel weiter: ‚Sozialer Fortschritt
wird gegen Staat und Nation erkämpft – und nicht erbettelt. Oskar Lafontaine, Heiner Geißler, Bono u.a. sind die hässliche Seite der Antiglobalisierungsbewegung.’

Die Antifa-Sprecherin abschließend: ‚Wir begreifen unsere Aktivitäten in Rostock und Heiligendamm als erste Schritte zu einer Neuorganisierung der radikalen Linken hierzulande.’ Für eine emanzipatorische radikale Linke könne daher nur gelten: ‚Wenn Rostock – dann ums Ganze!’

Treffpunkt für den UmsGanze-Block ist am Samstag, den 2.Juni um 13 Uhr in Rostock am Platz der Freundschaft. Weitere Informationen sind über die Internetseite https://umsganze.org/ zu beziehen.

Im UmsGanze-Bündnis sind bereits antifaschistische und antikapitalistische Gruppen aus Berlin, Niedersachsen, Hessen, NRW, Brandenburg und Baden-Württemberg organisiert.